Stilvolle Bildposts im Handwerk – Interview Daniel Haßheider von der Tischlerei DOCK ZWO

Stilvolle Bildposts im Handwerk – Interview Daniel Haßheider von der Tischlerei DOCK ZWO

von Celina Scherr (Kommentare: 0)

Instagram als Marketing-Plattform ist vielen Handwerksunternehmen noch recht fremd. Insbesondere die Tatsache, dass hier der Fokus auf den geposteten Bildern liegt, schreckt häufig ab. Dabei muss man gar kein gelernter Fotograf sein, um hochwertige Fotos zu machen und potenzielle Kunden von seine Arbeit überzeugen zu können.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Instagram-Kanal der DOCK ZWO Tischlerei, die ihre fast 3.000 Abonnenten mit ihren Bildposts zu begeistern versteht. Wir sprachen mit Daniel Haßheider, Mitbegründer und Teilhaber des Emdener Handwerksbetriebes und kreativer Kopf hinter dem Instagram-Kanal, darüber, wie das Social-Media-Marketing für sein Unternehmen funktioniert und welche Erfahrungen er bislang damit machen konnte.

Hallo Daniel – Danke, dass Du Dir Zeit für uns nimmst. Stellst Du Dich unseren Lesern bitte einfach kurz in Deinen eigenen Worten vor?

Ich bin Daniel Haßheider, Teilhaber der Tischlerei Dock zwo in Emden, bin 37 Jahre alt, verheiratet und komme aus Emden. Mein Kompagnon ist Jens Ammermann, der auch einen riesigen Anteil daran hat, dass wir im Social-Media-Bereich so gut dastehen.

Wie seid Ihr darauf gekommen, Social Media als Marketinginstrument für Eure Firma zu nutzen?

Es fing damit an, dass ich 2009 auf der Fachschule für Holztechnik in Hamburg meinen Abschluss gemacht habe, als gerade Facebook und Xing richtig groß im Kommen waren, und ich meine Facharbeit geschrieben habe. Dafür habe ich die Möglichkeiten für das Handwerk, speziell das Tischlerhandwerk, ausgelotet und bin darauf gekommen, dass sich Facebook lohnen könnte. Instagram kam dann bald dazu, was für uns natürlich noch eine bessere Plattform ist, weil hier die Bilder im Vordergrund stehen.

Genau über diese Fotos sind wir auch auf Euch aufmerksam geworden, da diese insbesondere im Vergleich zu vielen anderen Handwerkern enorm ansprechend sind. Ein großes Kompliment an dieser Stelle!

Danke, danke!

Wie lange nutzt Ihr Instagram und Co. schon als Marketinginstrument?

Unsere Tischlerei haben wir 2014 gegründet und haben die Social-Media-Kanäle von Tag eins an genutzt.

Wir generieren viele Aufträge über unsere Social-Media-Kanäle, weil wir unsere Inhalte da gut verbreiten können. Es macht sich also stark bemerkbar, wenn wir hier aktiv sind.

Welches Feedback bekommt Ihr von Kunden bezüglich Eurer Social-Media-Präsenzen und wie macht sich das in Eurer Auftragslage bemerkbar?

Wir generieren viele Aufträge über unsere Social-Media-Kanäle, weil wir unsere Inhalte da gut verbreiten können. Es macht sich also stark bemerkbar, wenn wir hier aktiv sind. Zumal das der einzige Marketing-Kanal ist, den wir nutzen.

Die Anfragen kommen auch von weiter weg, das Internet ist ja grenzenlos. Wir bekommen öfter Anfragen, die nicht in Niedersachsen oder der Region Ostfriesland angesiedelt sind, mittlerweile eigentlich sogar aus dem ganzen Bundesgebiet.

Ihr besitzt auch einen YouTube-Kanal, auf dem das letzte Video jedoch schon 2017 online ging. Ist YouTube heute also kein Thema mehr für Euch?

Genau, wir haben da nur einen Image-Film drauf. Wenn man Videos dreht, ist das natürlich nochmal ein ganzes Stück aufwändiger als ein Foto aufzunehmen. Und wir leben eigentlich von unseren Fotos, bei einem Video kann man andere Sachen darstellen und andere Zielgruppen ansprechen, was bei uns aber nicht der primäre Gedanke ist. Das steht tatsächlich im Moment nicht auf unserer to-do-Liste.

Würdet Ihr anderen Handwerksbetrieben YouTube als Plattform empfehlen oder eher davon abraten?

Jeder Handwerksbetrieb hat natürlich seine eigenen Spezialitäten. Insbesondere jede moderne Tischlerei hat mittlerweile einen Imagefilm und es ist natürlich von Vorteil, wenn man diesen bei YouTube hochladen und verbreiten kann. Aber grundsätzlich muss das jeder für sich selbst lösen, da gibt es kein Patentrezept.

Wie viel Zeit investiert Ihr in der Regel für die Pflege Eurer Social-Media-Profile? Ist eine Person speziell für Instagram und Facebook zu ständig oder arbeitet Ihr gemeinsam an beiden Kanälen?

Mit Social Media sind wir mindestens eine Stunde am Tag beschäftigt. Meistens posten wir fertige Sachen, in der Regel am Abend. Wir sind also nicht immer direkt „live“, das ist manchmal in den Arbeitsalltag nicht zu integrieren.

Das meiste dabei mache tatsächlich ich. Mein Kollege stellt öfter Fotos zur Verfügung oder kümmert sich mit um die Bildbearbeitung. Aber primär mach ich das.

Geht Ihr bei dem Erstellen des Contents nach einem bestimmten Plan vor oder entscheidet Ihr das eher spontan vor Ort?

Häufig stellen wir in den Posts ja eines unserer Produkte vor, das geschieht meist spontan. Man sieht, was man den Tag über gemacht hat, was passiert ist, und findet dabei das richtige Motiv. Wir posten aber auch persönliche Dinge, von uns und unseren Mitarbeitern, und versuchen natürlich auch, junge Leute für das Handwerk zu begeistern – das ist auch ein wesentlicher Bestandteil unserer Social-Media-Arbeit.

Worauf achtet Ihr, wenn Ihr die Fotos macht?

Sind Personen auf dem Bild zu sehen, achten wir zum Beispiel darauf, dass sie möglichst ein Lächeln auf den Lippen haben. Die Möbelstücke beziehungsweise die Produkte an sich müssen natürlich im rechten Licht stehen, optimal in Szene gesetzt werden, damit wir damit Leute begeistern und weitere Aufträge generieren und unser Geld verdienen können.

Schnappschüsse sind eher selten, wobei wir auch mal witzige Bilder posten, die spontan entstanden sind. Aber wir versuchen schon, die Qualität unserer Fotos insgesamt sehr hoch zu halten.

Ich bin kein Freund davon, jedes Bild zu bearbeiten und die Bilder künstlich zu optimieren.

Wie wichtig ist es Euch, Bilder zu bearbeiten, bevor Ihr sie postet?

Das machen wir so, wie es sein muss. Ich bin kein Freund davon, jedes Bild zu bearbeiten und die Bilder künstlich zu optimieren. Ich freue mich immer, wenn ich ein Foto nicht bearbeiten muss. Manchmal ist die Belichtung nicht optimal, das kann ein Smartphone natürlich nicht im gleichen Maße wie eine Spiegelreflexkamera, sodass man manchmal nacharbeiten muss. Aber das versuchen wir, so wenig wie möglich zu machen. Wir posten also auch Originale.

Wir fangen jetzt an, Produkte für unseren Online-Shop mit einer Spiegelreflexkamera professionell zu fotografieren, und wenn wir diese Fotos posten, sind die natürlich nochmal von einer ganz anderen Qualität.

Welche Tipps kannst Du anderen Handwerkern diesbezüglich geben?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung von Photoshop oder Ähnlichem, ich nutze nur die „haushaltsüblichen Mittel“ und die Möglichkeiten, die mein Smartphone hergibt. Das muss im Grunde jeder einfach ausprobieren. Wichtig wäre beispielsweise, nicht gegen das Licht zu fotografieren, aber das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Man muss jedenfalls kein Photoshop-Profi sein, um schöne Fotos machen zu können oder einen ansprechenden Instagram-Kanal zu haben.

Jedes Bild ist Werbung für einen selbst oder für den eigenen Betrieb.

Wie wichtig ist es Deiner Meinung nach für Unternehmen, auf die Optik ihrer Beiträge zu achten, bevor sie diese veröffentlichen?

Man muss einfach überlegen: Jedes Bild ist Werbung für einen selbst oder für den eigenen Betrieb. Und wenn man schlechte Bilder posten, kann man auch nicht die Qualität darstellen, die man eigentlich produziert, was das Foto ja eigentlich rüberbringen soll. Von daher kann ich jedem nur raten, darauf zu achten, einen gewissen Standard beizubehalten.

Was sind Eurer Meinung nach die größten Dos and Don´ts, wenn es um das Erstellen von Beitragen für Instagram und Facebook geht?

Wichtig ist, sich Gedanken zu machen, was man mit einem Bild ausdrücken möchte. Dann muss man natürlich auf den Text achten, vor allem auch Rechtschreibfehler vermeiden, hier und da einen passenden Hashtag benutzen und immer im Hinterkopf behalten, dass ein Post auch mal nach hinten losgehen kann – also nicht einfach unüberlegt handeln oder kontroverse Fragen stellen. Man will ja auch nicht mutwillig einen „Shitstorm „auslösen.

Hattet Ihr eine solche Situation schon einmal?

Nein, glücklicherweise nicht. Wir haben mal ein Bild eines Mitarbeiters gepostet, der keine Schutzbrille aufgesetzt hatte, worauf wir in einem Kommentar auch hingewiesen wurden. Aber das war auch schon alles.

Ich achte natürlich auch immer darauf, wenn wir ein Bild posten, das mit unserem Beruf zu tun hat, dass die handwerkliche Ausführung auch fachlich korrekt ist. Nicht dass Jemand anderes vom Fach einen korrigieren muss oder schreibt: So dürft Ihr das aber nicht machen! Man muss also schon darauf achten, was auf dem Foto zu sehen ist.

Daniel, vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke in Eure Social-Media-Arbeit. Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg damit und mit Eurem Betrieb!

Über Daniel Haßheider

Daniel Haßheider ist Mitbegründer und Teilhaber der Firma DOCK ZWO – Die Tischlerei und begeistert Kunden und Follower mit authentischen Bildern aus dem Arbeitsalltag und hochwertigen Fotos seiner Produkte.

DOCK ZWO Tischlerei auf Instagram: https://www.instagram.com/dockzwo/

DOCK ZWO Tischlerei auf Facebook: https://www.facebook.com/DOCK-ZWO-Die-Tischlerei-621272191294398/

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